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Über uns der Himmel, unter uns das Meer - Jojo Moyes


"Die einzigen Menschen, die Antworten auf alles haben, sind diejenigen, die noch nie mit wahren Fragen konfrontiert wurden." (S. 404)



Inhalt


Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …
Quelle: rowohlt-Verlag

Erwartungen


Jojo Moyes' Buch "Über uns der Himmel, unter uns das Meer" begegnete ich mit gemischten Gefühlen. Einerseits gefiel mir "Ein ganzes halbes Jahr" gut, sodass ich Lust auf weitere Bücher der Autorin hatte. Andererseits fällt es mir oft schwer mich auf Titel einzulassen, von deren Autor ich bereits ein anderes Buch mit einer so speziellen Thematik gelesen habe. Dieses Buch geht aber in eine völlig andere Richtung als „Ein ganzes halbes Jahr“ es tut.

Was ich davon halte


Der Hauptstrang der Geschichte spielt im Jahr 1946, bei drei verschiedenen Frauen, die auf der HMS Victorious nach England gebracht werden sollen. Dieser Handlungsstrang ist in eine Geschichte in der Gegenwart eingebettet, die von Jennifer und ihrer Großmutter handelt. Der Teil in der heutigen Zeit nimmt nur einen kleinen Platz in der Geschichte ein, worüber ich ganz glücklich war. Das liegt vor allem daran, dass die Charaktere in der Gegenwart mir etwas überzogen und zu einfach gestrickt vorkamen. Die Geschichte widmet sich aber bereits nach dem Prolog den Erzählungen im Jahr 1946.

Ab diesem Zeitpunkt begann die Geschichte mir zu gefallen. Drei ganz verschiedene und vielschichtige Frauen werden auf ihrem Weg zur HMS Victorious begleitet, wo sich dann ihre Geschichten verweben. Jede der Frauen hat ihre eigenen Vorstellungen von Moral und einem guten Leben und ihre eigenen Ziele. Alle fiebern ihrem Ziel, einem neuen Leben in England entgegen. Die Fahrt entpuppt sich als schwerer als erwartet, die Frauen haben mit der rauen See, kleinen Unterkünften auf engem Raum oder der Angst vor unerwarteten schlechten Nachrichten zu kämpfen. 

Das Leben auf dem Schiff kann sich der Leser dank beiläufigen Beschreibungen und Erörterungen gut vorstellen. Man merkt, dass Jojo Moyes einiges recherchiert hat, um dieses Buch zu schreiben. Dadurch wirkt die Erzählung umso authentischer und stimmungsvoller.

Der Kern dieser Geschichte ist das Aufeinandertreffen verschiedener Vorstellungen und Vergangenheiten und die Konflikte, die sich daraus ergeben können. Margaret ist das offene und herzliche Mädchen aus dem australischen Outback, das einfach erzogen wurde und alle direkt für sich einnimmt. Als Leser kann man nicht anders, als sie zu mögen. Avice kommt dagegen aus einer wohlhabenden Familie, kümmert sich um ihr Aussehen, Kleidung und standesgemäßen Umgang. Francis macht einen zurückgezogenen und etwas geheimnisvollen aber ordentlichen Eindruck.

Im Laufe der Reise lernen die Frauen sich besser kennen, entwickeln Freundschaften oder geraten aneinander. Sie offenbaren so manches und verändern die ein oder andere Einstellung. Da jede Frau ihre eigenen Probleme hat, kommt es zu vielen Emotionen, zu Trauer, Zusammenbüchen, aber auch Liebe und Freundschaft haben ihren Platz in diesem Werk.

Insgesamt mochte ich das Personengefüge und die aneinanderprallenden Einstellungen. Oft gab es kein schwarz oder weiß und die ein oder andere Person sorgte für Überraschung. Bis zu einem bestimmten Punkt kam mir dieses Buch sehr authentisch und nachvollziehbar vor. Ungefähr zur Hälfte, kommt es aber zu einem besonderen Ereignis, dass das Gefüge erheblich verändert. Ab hier vertritt Francis eine bestimmte Ansicht, die mir nach heutigen Maßstäben gefällt, die mir aber für 1946 ziemlich modern vorkommt und der Authentizität daher etwas schadet.

Ansonsten ließ sich das Buch angenehm lesen, war zwar manchmal etwas vorhersehbar, ist aber alles in Allem ein gutes Buch über Probleme, die auftreten, wenn verschiedenste Menschen auf engem Raum miteinander auskommen müssen, über Emotionen und Akzeptanz. Dabei regt es den Leser dazu an, selbst über das Gelesene nachzudenken.

"Über uns der Himmel unter uns das Meer" von Jojo Moyes
Übersetzt von Katharina Naumann | Originaltitel: The Ship of Brides
Verlag: rowohlt | Seiten: 510
ISBN: 978-3-499-26733-8
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Kommentare:

  1. Huhu Ciri,
    ich habe schon ein paar Bücher von Jojo Moyes gelesen und fand sie alle sehr gut. Dieses Buch habe ich noch nicht gelesen, weil mich die Thematik nicht so angesprochen hat. Deine Rezension klingt aber sehr ansprechend. Vielleicht muss ich mir das noch mal überlegen. Hast du Weit weg und ganz nah auch schon von ihr gelesen? Das kann ich dir auch sehr empfehlen.

    Ganz liebe Grüße Tanja

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    1. Ja, die Thematik ist mal ganz anders, aber die Umsetzung sehr gelungen. :)
      Nein, das habe ich noch nicht gelesen. Vielen Dank für die Empfehlung. Ich war sowieso ein bisschen am überlgene, welches ihrer Bücher ich mir als nächstes anschauen soll.

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    2. Huhu Ciri,
      ich muss es mir wohl wirklich überlegen, ob es nicht doch bei mir einziehen wird :o)
      Ich bin gespannt, ob du Weit weg und ganz nah lesen wirst. Mir hat es genauso gut gefallen wie Ein ganzes halbes Jahr und das war schon verdammt gut :o)
      Auch habe ich kürzlich für mich Ally Taylor entdeckt. Hast du schon Mein bester letzter Sommer gelesen? Das ist sooooooo ein tolles und schönes Buch. Das muss ich dir an dieser Stelle auch gleich mitempfehlen :o)
      Ganz liebe Grüße Tanja

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    3. Hallo Tanja,

      wenn es dich interessiert und du meinst, dich drauf einlassen zu können, kann ich es auf jeden Fall empfehlen. Wobei ich am Anfang ja selbst etwas skeptisch war und dann doch recht schnell in die Geschichte gefunden habe. :)
      Ooooh, "ein ganzes halbes Jahr" war wirklich richtig gut. Da muss ich die Augen unbedingt offen halten. (Ich bin immer noch am SuB-Abbau, habe aber immer wieder Ausrutscher... denke, so einen kann ich mir auch genehmigen, wenn mir das Buch mal günstiger auffällt)
      Ally Taylor kenne ich noch gar nicht. Hört sich ja so an, als hätte ich da einiges verpasst, so sehr wie du schwärmst. Noch ein neues Buch auf der WuLi. :)
      Dankeschön!

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  2. Huhu Schokobuddy, <3

    *hach* ich liebe es ja total in deinen Rezensionen zu stöbern. Immer wieder gibt es wunderschöne Fotos bei dir zu entdecken und dann beschreibst du immer mit so schön beschreibenden Worten, richtig nachvollziehbar, warum dir ein Buch gefallen oder nicht gefallen hat. So, nach der langen Pause, musste erst mal wieder eine geballte Ladung Schwärmen bei dir ankommen. =D
    Nochmal zurück zu dem Foto... es sieht super aus! *-* (Mal wieder =D) Mir fehlen auch glatt die Worte, um dir zu beschreiben, wie mir jedes Detail darin einfach nur gefällt. (Ich hoffe, dass meine Sätze überhaupt Sinn machen. Bin gerade auf einer Stöbertour, während einer Erkältung. Meine Konzentration ist also ein wenig geringer als sonst =')))

    Die Geschichtsidee, klingt eigentlich ziemlich interessant und auch dass sich die Autorin die Mühe gemacht hat, viel über die Rahmenhandlung zu recherchieren, ist immer ein gutes Zeichen. Allerdings ist es auch wieder Schade, dass zum Ende hin, die Authentizität doch etwas wegfällt. Deine Kritik kann man völlig verstehen, aber es ist auch schön zu lesen, dass dir viele Details auch sehr positiv aufgefallen sind. =)

    Was deine Erwartungen an das Buch angingen, kann ich sie gerade besonders gut nachvollziehen. Vor kurzem habe ich Anna McPartlins neues Werk (Irgendwo im Glück) gelesen und von ihrem Buch "Die letzten Tage von Rabbit Hayes", war ich ja im letzten Jahr total angetan. "Irgendwo im Glück" ging von der Thematik aber wieder in so eine andere Richtung, dass es erst mal eine kleine Umstellung ist. Der Schreibstil ist ja dann doch noch ähnlich und man hat das Gefühl, dass man in etwas Gewöhntem steckt, dass doch eigentlich eine ganz andere Geschichte wiedergeben will. Also falls man jetzt versteht, was ich meine. ='D Trotzdem möchte man natürlich von guten Autoren/Autorinnen immer wieder weitere Werke lesen.

    Auf jeden Fall eine tolle Rezension, ein geniales Foto und ein wundervoll ausgewähltes Zitat. <3

    Ganz liebe Grüße
    Leni =)

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    1. Hallo Schokobudy! :)

      Schön, von dir zu Lesen! <3 Und gleich wieder so ein umfassender Kommentar mit so vielen lieben Worten, hach. :) Wie schön, dass man meine Bewertung so gut nachvollziehen kann. Deinen Kommentar verstehe ich jedenfalls auch sehr gut. :D Die Erkältung sieht (oder eher liest) man ihm nicht an. Bei der Erkältungsfraktion kann ich mich gleich anschließen. Trinke auch schon den ganzen Tag Ingwertee. Ich wünsche dir schnelle und gute Besserung!

      Im Buch steht, dass Jojo Moyes' Großmutter auch auf diesem Schiff gefahren ist, daher kam wahrscheinlich auch die Idee. Mich würde mal interessieren, ob manche Teile der Geschichte tatsächlich auf dem Boot stattgefunden haben oder aus den Erzählungen der Großmutter inspiriert sind.

      Oh ja, "Die letzten Tage von Rabbit Hayes" verbinde ich immer mit dir, weil du so sehr davon schwärmst. Das muss ich wirklich auch noch lesen. Kann das voll nachvollziehen, mit der Wiedererkennung im Schreibstil, auch wenn es mir bei Jojo Moyes beiden Bücher gar nicht so ging. Die Perspektiven, die Zeit und alles war anders, aber nciht schlecht. Hat dir "Irgendwo im Glück" denn dann auch so gut gefallen?

      Danke für dein großes Lob! :)

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