mailto:cirillavoncintra@gmail.com
cirillavoncintra.blogspot.com/feeds/posts/default

https://plus.google.com/u/0/107894778955997153772/posts
http://instagram.com/cirillavoncintra/

Startseite   |    Rezensionen   |    Zitate   |    Challenges   |    über mich

Verstand und Gefühl - Jane Austen

Inhalt



Jane Austens "Verstand und Gefühl" erzählt die Geschichte zweier Schwestern, die nach dem Tod ihres Vaters mit einem geringen Einkommen zurechtkommen müssen. Beide sind schlau und hübsch und haben einen Verehrer. Während Marianne sich von ihren Gefühlen leiten lässt und sie auch nach außen zeigt, handelt ihre ältere Schwester Elinor stets rational und ist bedacht darauf die gesellschaftlichen Regeln einzuhalten.

 

Meine Meinung

  
"Manchmal läßt man sich davon leiten, was sie von sich selbst sagen, und sehr häufig von dem, was andere Leute über sie sagen, ohne daß man sich selbst die Zeit nimmt, nachzudenken und selbst zu urteilen." (Elinor, S. 106)

Nachdem mich "Stolz und Vorurteil" so sehr begeistern konnte, musste ich mir so schnell wie möglich den nächsten Roman von Jane Austen ausleihen. Mit "Verstand und Gefühl" konnte ich auch ein weiteres Buch der Rory Gilmore Reading Challenge abhaken. Das Buch wurde aus einer allwissenden Erzählerperspektive geschrieben

In "Verstand und Gefühl" stehen die Schwestern Elinor und Marianne im Mittelpunkt des Geschehens. Beide wurden liebevoll ausgestaltet. Während Marianne stürmisch ihre Gefühle auslebt, gibt sich Elinor stets rational. Die Nebencharaktere wurden größtenteils ebenfalls sehr schön mit ihren Charaktereigenschaften beschrieben, sodass der Leser schnell eine Vorstellung von allen Personen bekommt. Die Charaktere weichen im Verlauf der Handlung auch kaum von diesem Bild ab, sondern verhalten sich erwartungsgemäß.

Es wird viel von den Anstandsformen um 1800 erzählt. So war mir zum Beispiel neu, dass Männer und Frauen sich nur Briefe schrieben, wenn sie verlobt waren. Die Thematik des Buches beleuchtet hier gerade die Frage inwiefern es vertretbar ist, diese Etikette zu übertreten und was das für Folgen mit sich bringt. Insofern muss man leider sagen, dass die Thematik im Gegensatz zu "Stolz und Vorurteil" heute nicht mehr so aktuell ist. Für mich war es aber trotzdem interessant mehr über die Gesellschaft Englands um 1800 zu erfahren.

Inhaltlich war mir lange nicht klar wo die Geschichte hinführen will. Während anfangs alles eher unkompliziert erscheint, wird die Lage der Schwestern im Laufe des Buchs immer verflochtener. Leider zog sich dadurch die Handlung anfangs etwas. Jane Austen erörtert nämlich jede kleinste Begebenheit, jeden Zusammenhang im gesellschaftlichen Netz und wie es kommt, dass neue Personen vorgestellt werden. Im Nachhinein ergeben die meisten dieser Erörterungen Sinn und sind für das Ende wegweisend, sie hätten mir aber trotzdem knapper besser gefallen. Dafür hat mir das Ende wieder richtig gut gefallen. Es ist auf schnörkellose Art gefühlvoll aber nicht unrealistisch oder übertrieben und wird den Charaktereigenschaften der Protagonisten gerecht.

An Jane Austens Schreibstil gewöhnt man sich sehr schnell und kann sich voll auf die Geschichte konzentrieren. Das Buch ist wieder dialoglastik geschrieben, wenn auch hier erzählerische Erörterungen einen größeren Teil als in "Stolz und Vorurteil" einnehmen.

Insgesamt ist "Verstand und Gefühl" ein Werk, bei dem man viel über die frühere Gesellschaft Englands erfährt. Die Geschichte ist kunstvoll gestrickt, wobei bei mir der Funken leider erst gegen Ende überspringen konnte. Meine Erwartungen waren vielleicht etwas zu hoch, dennoch hat mir das Buch insgesamt gut gefallen. Mr. Darcy existiert eben nur einmal. ;-)


"Verstand und Gefühl" von Jane Austen
Übersetzt von Helga Schulz | Orginalausgabe: Sense and Sensibility 1811
Verlag: dtv | Seiten: 416
Reihe: Luna Chroniken Band 1
ISBN: 978-3-423-12747-9

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen