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Verdammnis - Stieg Larsson | Millenium 2

 

Spoilerwarnung: Die Rezension beinhaltet Spoiler bezüglich des vorherigen Bandes der Reihe.  

 

Inhalt


Mikael Blomkvist recherchiert in einem besonders brisanten Fall von Mädchenhandel: Amts- und Würdenträger der schwedischen Gesellschaft vergehen sich an jungen russischen Frauen, die gewaltsam ins Land gebracht und zur Prostitution gezwungen werden. Als sein Informant tot aufgefunden wird, fällt der Verdacht auf Blomkvists Partnerin Lisbeth Salander. Eine mörderische Hetzjagd beginnt.
(Quelle: Verlag)

 

Meine Meinung


Die Millenium Trilogie (, die ja eigentlich eine Reihe von zehn Büchern werden sollte,) hat mich gereizt, seit ich das erste Mal von ihr gehört habe und war daher schon lange auf meiner Leseliste. Letztes Jahr habe ich dann den ersten Band "Verblendung" von der lieben Steffi zugeschickt bekommen und konnte mit dem Lesen gar nicht mehr aufhören. Die spannende Geschichte fesselte mich total und war eines meiner Jahreshighlights 2014. Mit einer entsprechend hohen Erwartung begann ich mit dem folgenden Band "Verdammnis". Leider musste ich feststellen, dass er nicht an "Verblendung" heranreichen kann.

Das liegt zum einen daran, dass die Hauptcharaktere aus dem ersten Teil dieselben bleiben und nun schon bekannt sind. Lisbeth Salander und Mikael Blomkvist sind beides sehr spezielle, eigenartige Personen. Liest man von ihnen zum ersten Mal, so fällt es anfangs schwer insbesondere Lisbeth einzuordnen. In "Verblendung" macht es Spaß langsam alle Facetten und die Denkweise der beiden kennenzulernen. Beim Lesen des zweiten Bandes empfand ich dagegen Mikaels Verhalten, der ein gutmütiger und respektvoller Mensch ist, als sehr voraussehbar, fast schon ein wenig langweilig. Lisbeth hat mir dagegen vor allem in der ersten Hälfte des Buches gut gefallen. Ich fand es spannend zu sehen, wie sie mit ihrem neuen Reichtum umgeht, ihre Möglichkeiten auslotet und sich auch ein wenig in der Denkweise gegenüber ihren Bekannten verändert. Gegen Ende der Geschichte wird dieser neuen Facette aber kein Raum mehr gegeben.

Die Geschichte an sich war wie im ersten Teil ein großes Rätsel, das den Leser zum mitgrübeln einlädt. Die Idee und auch die Auflösung haben mir dabei wieder sehr gut gefallen.

Dagegen haben mich die unzähligen Wiederholungen gestört, die dadurch entstehen, dass Stieg Larsson verschiedene Handlungsstränge nacheinander aus mehreren Sichtweisen erzählt. So stoßen zum Beispiel Lisbeth und einige "Bösewichte" aneinander. Dies wird erst aus Lisbeths Sicht wiedergegeben. Dann wird das Zusammentreffen von ortsansässigen Polizisten rekonstruiert. Anschließend macht sich der Polizeichef seine Gedanken. Der nächste sieht es dann im Fernsehen... Dabei ist mein Problem nicht die Tatsache dass wir mitbekommen wer was weiß und was er darüber denkt, sondern, dass jedes Mal der Handlungsstrang aufs Neue erzählt wird. Gerade wenn Lisbeth und Mikael sich unterhalten und die Gespräche dann zwei mal neu aufgeführt werden, war ich oftmals versucht, die Seite einfach zu überspringen. In solchen Fällen hätte ich es besser gefunden, wenn einfach nur die neuen subjektiven Gedanken der anderen Person aufgezeigt werden, anstatt alle Tatsachen nochmals neu zu unterbreiten. So empfand ich gerade den größten Teil der Geschichte, nämlich der Ermittlungen, streckenweise als langatmig.

Nichts desto trotz konnte auch dieser Band mich fesseln und wurde innerhalb weniger Tage durchgelesen. Die Geschichte und Stieg Larssons prägnanter Schreibstil machen sehr viel Spaß. Obwohl die Figuren meist klassisch entweder gut oder böse und nichts dazwischen sind, schwingt eine gute Prise an Gesellschaftskritik in Larssons fiktiver Geschichte mit.


"Verdammnis" von Stieg Larsson
Übersetzt von Wibke Kuhn
Verlag: Heyne | Seiten: 751
Reihe: Millenium, Band 2
ISBN: 978-3-453-43317-5

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