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Die Frauen der Rosenvilla - Teresa Simon

 

Inhalt


Das Buch erzählt die Geschichte von vier verschiedenen Frauen, die in der Rosenvilla in Dresden seit Ende des 19. Jahrhunderts gelebt haben. Im Mittelpunkt steht dabei Anna, die in der geerbten und frisch instand gesetzten Villa auf die alten Tagebuchseiten ihrer vorherigen Besitzerinnen stößt. Sie versucht die, ihr unbekannte Vergangenheit ihrer Familie herauszufinden und alle Mysterien zu lüften. Die Hauptgeschichte ist im Frühling angesiedelt, sodass die Geschichte perfekt in die Jahreszeit passt.

 

Meine Meinung


In einem Buch, das von einem Familiengeheimnis handelt, bin ich schon lange nicht mehr gelandet. In meiner Kindheit habe ich das ein oder andere Geheimnis aus früheren Zeiten zwar gelesen - vor allem erinnere ich mich noch gut an "den geheimen Garten" von Frances Hodgson Burnett - allerdings ist mir schon lange kein entsprechendes Buch mehr in die Hände gefallen. Nachdem mich "Die Frauen der Rosenvilla" aber voll in ihren Bann ziehen konnten, wird sich das vielleicht in Zukunft ändern.

Die vier Frauen der Rosenvilla erzählen alle ihre eigene, faszinierende Geschichte, die vom Familienleben geprägt sind und Eheprobleme in den Vordergrund stellen. Dabei verbindet sie der Hauptschauplatz der Rosenvilla mit ihren liebevoll ausgesuchten Rosen und eine Hingabe zur Schokolade, die auch mich ansteckte, sodass ich schon jetzt bei den Trüffelostereiern ganz gut zugeschlagen habe... 

Während ich anfangs noch ein wenig skeptisch Annas Faszination an den alten Tagebüchern verfolgt habe, musste ich schon bald voller Spannung weiterlesen, sobald sich die ersten Rätsel aufwarfen. Ich fing schon bald an mir Stammbäume aufzuzeichnen und immer wieder umzuändern und Personen oder Verbindungen einzuzeichnen. 

Da die Tagebuchseiten nicht sortiert sind, bekommen wir immer nur kleinere Häppchen der verschiedenen Zeiten durcheinander vorgesetzt. Da ich alle Geschichten spannend fand, hat mich das aber nicht gestört. Im Nachhinein würde ich sagen, die Erzählstränge waren gut gemischt, sodass nie Spannung abfiel und ich jeden Strang gerne weiterverfolgen wollte. Dank meinem (mittlerweile völlig unübersichtlichen) Stammbaum konnte ich mich auch immer leicht in das Geschehen einfinden. Man kann sich auch an den Schriftarten orientieren, da jede Frau ihre eigene Schrift hat und dies auch im Buch so umgesetzt ist - eine sehr schöne Idee, wie ich finde. 

Die verschiedenen Geschichten sind in die jeweilige Zeit eingesponnen, sodass wir einen kleinen Einblick in das Dresden während der Weltkriege und des Nationalsozialismus bekommen. Dem historischen Aspekt wird aber ein eher nachrangiger Stellwert eingeräumt und er wird nur besonders beleuchtet, wenn es für die Geschichte relevant wird. Dadurch bleibt die Spannung auf einem hohen Niveau.

Während mir die Erzählungen der drei Tagebücher außerordentlich gut gefallen haben, bekommt von mir leider Annas Geschichte etwas Abzug. Obwohl ich Anna mochte und auch ihre Faszination an der Familiengeschichte verstehen kann, empfand ich sie als am unauthentischsten. Zum einen fand ich es komisch, dass sie zu ihrem kranken Vater fährt und ihn meist nur über die Vergangenheit ausfragt. Womit ich ebenfalls nicht zu 100 % zufrieden war, war das Ende. Keine Angst, ich werde jetzt nicht spoilern. Mich hat nämlich nicht das Ergebnis als solches gestört, sondern der rasende Weg der letzten Seiten zum Ende hin. Die betroffenen Personen haben sich meiner Meinung nach einfach zu schnell mit dem gelüfteten Mysterium abgefunden. Und auch die Entwicklungen zwischen den Charakteren ging mir gegen Ende viel zu schnell. Hier hätte ein bisschen mehr Zeit (auch und gerade in der Erzählung, nicht unbedingt die Lesezeit) gut getan.

Die Tiefe, die mir in der Gegenwart ein bisschen gefehlt hat, hat mich dafür umso mehr in Charlottes Geschichte überzeugt, die während der NS-Zeit spielt. Ihr starker Charakter und auch ihre berührende Geschichte haben mir richtig gut gefallen.

"Die Frauen der Rosenvilla" hat mir mit seiner stimmungsvollen, frühlingshaften Atmosphäre, seinen schokoladigen Seiten und Mysterien zwischen den Zeilen wirklich gut gefallen. Daher gibt es von mir 3,5 Sterne, die näher an der 4 als an der 3 sind.


"Die Frauen der Rosenvilla" von Teresa Simon
Übersetzt von Astrid Becker | Originaltitel: Cinder
Verlag: Heyne | Seiten: 448
ISBN: 978-3-453-47131-3

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