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Stolz und Vorurteil - Jane Austen | Lieblingsbücher #1

Heute beginne ich eine neue Reihe und fange gleichzeitig auch damit an euch meine Lieblingsbücher vorzustellen. Jane Austens Meisterwerk "Stolz und Vorurteil" habe ich vor kurzem erst beendet und möchte die frische Erinnerung mit euch im Rahmen einer Rezension teilen. Weitere Bücher, die ich euch als Lieblingsbuch vorstellen möchte, werde ich nicht so ausführlich behandeln, da ich sie teilweise schon länger nicht mehr lesen konnte.




Inhalt


Die Familie Bennet hat fünf Töchter. Eine Heirat mit einem möglichst begüterten Mann ist die einzige Karriere, die ihnen das Leben zu bieten hat. Leicht vorstellbar, daß es jede Menge Aufregung gibt, als zwei junge Männer von Vermögen in die Gegend ziehen. Schon bald macht Mr. Darcy, ein standesbewußter Gutsbesitzer, der munteren und geistvollen Elizabeth einen Heiratsantrag, den sie jedoch spontan ablehnt.

(Quelle: Verlag)

 

Meine Meinung

  
"Stolz und Vorurteil" lieh ich mir bei meiner Schwester aus, als ich über das Wochenende bei meiner Familie war und Tahereh Mafis ersten Roman "Ich fürchte mich nicht" zu Ende gesuchtet hatte und kein weiteres Buch mehr dabei hatte. Den Film mit Keira Knightly hatte ich vor einer Ewigkeit gesehen und kaum mehr in Erinnerung. Daraus schloss ich, dass ich ihn wohl nicht so überragend gefunden haben konnte und sah das Buch eher als Pflichtlektüre für die Rory Gilmore Reading Challenge an. Doch die Geschichte entpuppte sich als ein wahrer Schatzfund.

In Stolz und Vorurteil kreist die Autorin Anfangs in der Vogelperspektive über dem allgemeinen Geschehen und zeigt uns die beteiligten Personen und ihre Verhältnisse in einer gewissen Distanz auf. Sehr schnell wird dann aber ein besonderes Augenmerk auf Lizzy, die zweitälteste Tochter der Familie Bennet gelegt. Anfangs habe ich sie selbst eher als eine Beobachterin des Hauptgeschehens, dessen Mittelpunkt die ältere Schwester Jane zu sein scheint, empfunden, doch schon bald liegt der Schwerpunkt auf dem schwierigen Verhältnis von Lizzy und Mr. Darcy. Lizzy wird sehr intelligent aber gleichzeitig unbeschwert und lebensfroh beschrieben. Sie verlässt sich auf ihren ersten Eindruck, bei dem sie meistens (mit einer großen Ausnahme) richtig liegt und zeigt ein gutes Gespür dafür, wem sie vertrauen kann und wem nicht. Obwohl ihr dadurch schnell klar wird, wenn jemand ihr gegenüber negativ denkt, lässt sie sich dadurch das Leben nicht schwerer machen. Diese etwas vorsichtige aber doch lebensfrohe Art hat mir unheimlich gut gefallen.

Auch die weiteren Personen der Geschichte werden mit ihren Eigenarten so liebevoll beschrieben, dass man sofort bleibende Bilder in den Kopf gezaubert bekommt. Ganz besonders mochte ich Lizzys Vater, Mr. Bennet, der mich mit seiner sarkastisch-gleichgültigen Art voll überzeugt hat. Auch der männliche Hauptcharakter, Mr. Darcy hat mir von Anfang an (ja!) durch seine Unangepasstheit und die beobachtende, abwartende Art gefallen. Er macht eine der stärksten und positivsten Charakterentwicklungen durch, die ich bisher lesen durfte.

Auch die Geschichte verzauberte mich und ich konnte mich teilweise währen des Lernens für die Uni nicht richtig konzentrieren, weil ich immer wissen wollte, wie das Buch weitergeht. Dabei hat mich gar nicht so sehr das Ende der Geschichte als solches gereizt, sondern vielmehr der Weg dorthin. Das Ende war mir ja bereits aus dem Film bekannt, aber die Gespräche zwischen den Protagonisten, das unterschwellig spannungsgeladene Hin und Her, hat mir unglaublich gut gefallen. 

Eine meiner Befürchtungen war, dass die Geschichte mir zu schnulzig sein könnte. Vielleicht würde ich das Buch auch jetzt eher einer Frau, als einem Mann empfehlen, aber eine Schnulze ist dieses Buch definitiv nicht. Es lebt eher von bissigen Diskussionen als von übertriebenen Liebesgeständnissen. Die Stellen, an denen es dann doch romantischer wurde, waren so schön, vorsichtig und behutsam geschrieben, dass sie real hätten sein können und in keinster Weise überspannt wirkten.

Dass Jane Austen um 1800 lebte, schadet dem Lesefluss nicht im Geringsten. Die Erzählungen sind schön schnörkellos und klar geschrieben. Natürlich führen die Protagonisten ihre Gespräche auf eine ganz andere Art, als wir es heute würden. Mir hat diese Ausdrucksart in den Dialogen aber Spaß gemacht. Einen besonderen Reiz übte auf mich auch die Distanz der Menschen um 1800 zueinander aus. Das höchste an Berührungen, wozu es in dieser Geschichte kommt ist ein Handkuss. Alle romantische Spannung wird einzig mit tiefgehenden Gesprächen erzeugt was mich im  nachhinein viel stärker überzeugen konnte, als beispielsweise Tahereh Mafis Beschreibungen von körperlichen Berührungen. (Ja, der Vergleich ist doof, da es in "Ich fürchte mich nicht" ja gerade darum geht, welche Kraft Berührungen haben, aber als mein vorherig gelesenes Buch muss es jetzt leider herhalten, so toll ich es auch fand.)

Alles in allem war das Buch für mich sehr einzigartig schön. Ich könnte es direkt nochmals lesen und finde, dass es eins der Bücher ist, die man gelesen haben muss. Völlig überraschender Weise ;-) gebe ich "Stolz und Vorurteil" mit fünf Sternen die Höchstwertung.


"Stolz und Vorurteil" von Jane Austen
Übersetzt von Karin von SchwabOriginalausgabe: Pride and Prejudice 1813
ISBN: 978-3-7466-5106-4

Kommentare:

  1. Hey, ich habe es mir heute gekauft. Es ist eines der Lieblingsbücher meines Patenkindes. Deshalb für mich Pflichtlektüre. Vielen Dank für die begeisterte Beschreibung! ❤ liche Grüße Andrea Agnes Annette Moll

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  2. Hallo Andrea,
    viel Spaß mit dem Buch. Für mich hat es sich wirklich sehr gelohnt. Ich hoffe du hast auch deine Freude daran. :)

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